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03.07.2019 Trenching beim Glasfaserausbau

Treching-Maschine beim Baustart in Nordsachsen

Treching-Maschine beim Baustart in Nordsachsen
(© BKZ Sachsen)

Der Baubeginn in Nordsachsen wurde mit einer Vorführung der Trenching-Maschine und des Spleißens von Glasfasern gefeiert. Was verbirgt sich eigentlich genau dahinter?

Trenchen ist die englische Übersetzung von graben. Bei den Trenching-Verfahren werden die Rohre, sogenannte speedpipes, für Glasfaserleitungen verlegt. Dafür werden nur schmale Gräben und Schlitze in den Boden gefräst. Mit dieser Methode kann eine schnelle Fertigstellung ermöglicht werden und sie beansprucht nur wenig Platz.

Das Verfahren wird direkt auf der Straße oder auf dem Fußweg durchgeführt. Der gefräste Schlitz ist circa zwei bis sechs Zentimeter breit und zehn bis 25 Zentimeter tief. Die üblichen Tiefbauarbeiten für Telekommunikationskabel werden in einer Verlegetiefe von 60 cm durchgeführt. Es können aber auch durch Rahmenbedingungen, wie Mindestüberdeckungen, über 1,20 m oder mehr werden.

Allerdings wird genau durch diesen stark reduzierten Tiefbau der Ausbau signifikant beschleunigt und auch die Baukosten werden, gegenüber der offenen Grabenbauweise, deutlich verringert. Anhand der kürzeren Ausbauzeiten und kleinflächiger Baustellen werden die Einschränkungen und Beeinträchtigungen für Industrie und Anwohner gemindert.

Im Prozess selbst wird direkt an die Trenching-Maschine ein Saugbagger angeschlossen, der den Aushub abpumpt und auf einer Ladefläche für die abschließende Füllung zwischenlagert.
Nachdem die Glasfaserkabel dann eingezogen sind, wird der Flüssigboden zurück in den Graben gepumpt. Wasser, Fließmittel und der Aushub vermischt ergeben den Flüssigboden. Dann wird die ursprüngliche Oberfläche wiederhergestellt.

Es können unterschiedliche Trenching-Verfahren angewandt werden: Nano-, Micro-, Mini- und Macro-Trenching. Sie unterscheiden sich in der Tiefe und Breite der realisierten Verlegefuge sowie in der verwendeten Schneide- und Frästechnik. Die Verlegetiefen reichen bei Nanotrenching bis 2 cm, 8-12 cm bei Microtrenching, 12-30 cm bei Mini- und 20 bis 30 cm beim Macro-Trenching. Durch eine Anwendung auch auf nicht-asphaltierte Oberflächen, die bei einer Breite bis 60 cm und Tiefe bis zu 200 cm bearbeitet werden können, ist das Verfahren gerade im ländlichen Raum von großem Interesse.

 

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